V. Nachkriegszeit und Kirchenbau

1945 fiel Chemnitz in Schutt und Asche. Am 5. März, nach sieben vorausgegangenen Bombardements wurde unsere Stadt durch englische Bomber bombardiert und zerstört.

Was nicht zerstört und kriegswichtig war (und was war das nicht), fiel der Reparation anheim , das bedeutete es wurde demontiert und in die Sowjetunion geschafft. Dadurch verarmte die Stadt und ihre Industrie.
Ihrer historischen Wurzeln beraubt (Wanderer, Audi, Hartmann, Niles, Schönherr, Esche) ging den Bewohnern von Chemnitz noch mehr Identifikation verloren.
Doch es wurde auch wieder aufgebaut. Das betraf die Häuser die Fabriken und auch die Gemeinden Unsere Gemeinde hatte im Krieg 6 Flüchtlinge, 4 Gefallene und 8 Vermisste zu beklagen.

Doch bei Jesus ist Hoffnung , und diese Botschaft wird weitergesagt
Dem und der tatkräftigen Hilfe die unsere Gemeinde bieten konnte ist es zu verdanken das Ende 1949 175 Mitglieder 151 Angehörige und 52 Kinder zur Gemeinde zählten Über diese Zeit schreibt uns Elfriede Hähnel Tochter des Gemeindevertreters Arthur Medler

In der Nachkriegszeit gab es viel Hungersnot Zur Zeit von Pastor Kobylinski kamen "Liebesgaben " aus Amerika: getragene Kleidung , einmal gab es Schuhe für die Vorstandsmitglieder und dann Butter , Mehl und einmal Salzheringe Das wurde alles sorgfältig auf die Gemeinde verteilt Dazu mussten Tüten und andere Behälter mitgebracht werden, es gab ja nichts zu kaufen Meine Mutter und ich haben meinen Vater einmal zur Verteilung auf eine Außenstation begleitet.

Es war Winter, es war glatt und es ging bergauf. Mein Vater mit dem Salzheringseimerchen hatte Mühe, die kostbare Last nicht durch einen Sturz zu gefährden Für die Kinder der Sonntagsschule wurde, solange Mehl und andere Zutaten reichten, eine Kinderspeisung durchgeführt. In der Küche meiner Mutter wurde in riesigen Töpfen eine Suppe gekocht mit Rosinen drin. Ein kleiner Junge sagte, auf die Frage seiner Mutter , was es zu essen gegeben habe "Suppe mit weichen Malzen ", er kannte keine Rosinen. Um in den großen Töpfen rühren zu können, stellte mein Cousin (von Beruf Modelltischler) einen riesigen Rührlöffel her. Die Gemeinde brachte Holz und Briketts (auch Mangelware) für den Kochherd. Die allein stehenden alten Männer der Gemeinde durften Reih um hinterher die Töpfe ausputzen und sich einmal einigermaßen satt essen.

Ab 1947 diente der Gemeinde Prediger Roman Kobylinski. Bereits in dieser Zeit beschäftigte man sich wegen der bestehenden Raumnot mit dem Gedanken eines Kapellenbaus Man erinnerte sich an die Worte die Hermann Meyer zum 25 jährigen Bestehen der Gemeinde 1929 in der Festrede gesagt hatte in Bezug auf die Klarastraße 43:
"Ich habe damals diesen Raum nicht auf 25 Jahre gemietet."
Er gab schon damals zu verstehen, dass es an der Zeit sei, sich nach einem neuen und größeren Predigtsaal um zu sehen

Die Raumnot in dem nur 42m 2 großen Zimmerchen für 175 Mitglieder, 151 Angehörige und 52 Kinder wurde zu einem der dringendsten Probleme der mitteldeutschen Konferenz.

Zur Vierteljahreskonferenz am 26.11.1949 wird das Thema endlich richtig angegangen

Drei Grundstücke stehen zur Auswahl, man entscheidet sich schließlich für den Vorschlag von Alfred Eremitaggio, er weist auf das Grundstück Klarastr. / Ecke Dresdner Str. hin. Auf dem Grundstück befanden sich neben der Ruine einer Villa der Pferdestall und ein alter Wagenschuppen eines Fuhrgeschäftes. Alte Geschwister erzählen, dass Gott im Traum Alfred auf das Grundstück hingewiesen habe, er träumte von einer Kirche an dieser Stelle.

Im Juli 1951 gibt die Jährliche Konferenz unter Auflagen die Zustimmung zum Baugesuch und weist uns gleichzeitig einen neuen Prediger Willy Bräutigam zu.

Eine paukenschlagähnliche Störung nennt Willy Bräutigam später, was sich so liest:
"Da aus der vorgesehenen Zuweisung von ca. 150 Gliedern vom Sonnenberg nichts wurde unterließ Sup Georgi die Baueingabe beim zuständigen Ministerium in Dresden".

Willy Bräutigam und der Architekt Gerlach eilten sofort nach Dresden um unser Anliegen vorzubringen. Er schreibt später: "Uns war wie den Träumenden als wir innerhalb 20 Minuten die Genehmigung zugesagt bekamen ".

Am 05.11.1951 wurde der Kauf des Grundstücks Dresdner Str. 111a notariell bestätigt. Bereits eine Woche später begannen die Vorbereitungs- und Aufräumarbeiten mit einer feierlichen "In Besitz-Nahme-Feier"

Danach begann die Bauzeit, an der sich mit vielen hundert Stunden nicht nur die eigenen Gemeindemitglieder sondern auch Geschwister der Friedenskirche beteiligten. Am 12.02.1951 wurde von Architekt Gerlach der Bauantrag für die Erlöserkirche eingereicht. Die Bauerlaubnis ließ lange auf sich warte, so das erst am 11.08.52 mit dem Bau begonnen werden konnte.

Wagenremise

Pferdestall

geplante Innenansicht

geplantes Äußeres

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