bis 2004 100-Jahr-Feier

XII. Gemeinde im neuen Jahrtausend, Vision und Mis

Einen besonderen Pastorenwechsel gab es Ende des Jahres 1998 für unsere Gemeinden in Chemnitz, Flöha und Augustusburg, die den Gemeindebezirk Chemnitz/Flöha bilden. Bruder Horst Sterzel verabschiedete sich in den Ruhestand.

Gemeindevertreter seit 1971 bis 2002, Klaus Rochlitzer erinnert sich:
"In unserer Kirche gibt es großen Pastorenmangel. Schon wieder drohte dadurch eine Gemeindezusammenlegung. Es ist nämlich eine gern gesehene Notlösung, in größeren Städten Gemeinden zusammen zu legen.
Nun hatten wir die Zusammenlegung mit Augustusburg und Flöha noch nicht verdaut. Auch waren durch die Struktur der Gemeinde ungünstige Voraussetzungen dafür gegeben. So hatten wir viele Ehepaare, die sich aus EMK und lutherischer Kirche zusammensetzten. Deren Identifikation war ausschließlich an die Erlöserkirche gebunden, so dass ich das Gespräch mit Superintendenten in diese Richtung beendete und habe auf einen Pastor für unsere Gemeinde gedrängt. Da bot sich für uns eine Alternative an, die wir gerne und sofort ergriffen haben, nämlich einen Missionar aus Nordirland als Pastor zu nehmen. Da es in der DDR unerwünscht bis verboten war zu missionieren, müssen wir das neu lernen und da sahen wir die große Chance für unsere Gemeinde und für unsere Zukunft, in dem Dienst des Missionspartners bei uns. "

Wir erhielten Pastor Bar Sloan aus Nordirland zugewiesen. Er begann seinen Dienst am 01. Oktober 1998.

Zu unserer großen Freude wurde uns ein Jahr später 1999 auch eine Gemeindereferentin, Simone Focke, zur Verfügung gestellt, die sich neben dem Predigtdienst verstärkt um die Kinderarbeit mit Schwerpunkt in Flöha kümmert.

So entstand in Flöha der erste Mutter-Kind-Kreis, in dem sich 20 Muttis mit 30 Kindern versammeln. Auf diese Weise konnte die Arbeit der Jungschar auch in Chemnitz merklich verbessert werden. Das gilt auch für die Kindergottesdienste, die Jugendstunden und die Hauskreise.

An seinen Dienstantritt erinnert sich Bar Sloan:"Im Jahr 1998 hatten wir so viele sanierungsbedürftige Gebäude auf dem Bezirk. Ich habe die Vorstandsmitglieder ermutigt, eine Vision in Bezug auf unsere Gebäude zu haben - wir wollen nicht all unsere Zeit und Kraft investieren, bloß um Gebäude zu erhalten. Genaugenommen banden die Gebäude Kräfte, die nicht für die Mission aufgewendet werden konnten. Deswegen wurde 1999 nach Genehmigung durch die Konferenz der Verkauf der Klarastraße 43 durchgeführt. Dieser Schritt sollte uns, wie noch zu berichten ist, aus mancher Misere befreien. "

Zunächst konnten bis Mitte des Jahres 2000die Außenfassade der Erlöserkirche vollständig renoviert werden. Kostenpunkt 77.730,-DM plus Eigenleistungen mit einem Geldwert von 19.000,-DM.
Außerdem war es möglich ein durch Spenden finanziertes E-Klavier anzuschaffen. Das Nebengebäude der Erlöserkirche sah neben der renovierten Kirche traurig aus, obwohl es innen glänzte, denn es war innen mit über 57.000,- DM und 800 freiwilligen Arbeitstunden auf Vordermann gebracht worden. Nun sollte aber auch außen noch etwas geschehen.

Vorstellungen gab es genug, so auch für die Abhilfe der wieder bestehenden Raumnot durch einen Anbau. Der Entwurf von Architekt Meyer sah gut aus. 450 TDM sollte der Bau kosten. Das war nun doch des Guten zu viel. Man einigte sich auf die Erneuerung der Fassade des Nebengebäudes und einen Einbau einer Falttür im Bibelstundensaal, um auf diese Weise zwei Räume für die Kinderarbeit zu gewinnen Diese Maßnahme kostete nun statt der 450 TDM nur noch 35.000 Euro.

Aber durch den Einsatz unseres Barry Sloan ging auch eine Veränderung durch unsere Gemeinde. Nicht mehr das Bauen und Bewahren der vorhandenen Gebäude ist das Vordringliche. Das Vordringliche ist die Mission geworden.
Dazu beschreiten wir viele Wege. Wir haben Eltern-Kind-Kreise, sind aktiv eingebunden in das Leben des Ortes, bieten völlig neue Gottesdienstkonzepte an wie z.B. englischsprachige Gottesdienste. In der Kinderarbeit unter Leitung von Gillian Sloan setzen wir das Konzept Kinderabenteuerland ein. Spielerisch und intensiv werden Themen bearbeitet und in Kleingruppen besprochen. So soll Glauben auch für Kinder schon zu einer wichtigen relevanten Größe werden und es ist selbstverständlich, dass die Kinder füreinander selber beten.
Die Arbeit unter Senioren und unter dem Blaukreuz-Kreis findet in neuer Güte statt. Aus einem von Gillian Sloan ursprünglich an der Volkshochschule angebotenen Englisch-Kurs heraus besuchen uns einige Leute, sie sehen uns mit neuen Augen.

Neu für uns ist auch, dass wir uns direkt in einem Flyer den Menschen vor Ort vorstellen. 4000 solche Flyer wurden in jeden Haushalt in Hilbersdorf und Umgegend verteilt. Auch daraus resultieren neue Kontakte.
Überhaupt ist es uns wichtig , Kontakte zu knüpfen und von unserem Glauben weiter zu erzählen.

18 Monate nachdem Barry Sloan seinen Dienst begonnen hat, haben wir in einer Gemeindeversammlung unter Gebet und Schriftauslegung unser Verständnis von Mission auf folgenden Nenner gebracht:
Einladen, Aufbauen, Aussenden

Diese alles hat zur Folge, dass unsere Gemeinde weiter wächst. Kinder, Jugendliche und junge Familien kommen zum Glauben. Viele von Ihnen finden auch bei uns Heimat und werden Glieder hier in unserer Gemeinde. Viel ist hier auch an der Wortverkündigung gelegen, wir sind dankbar, dass wir zur Zeit folgende Laien als Prediger und Predigthelfer einsetzen können:
Reinhilde und Klaus Rochlitzer, Marc Sterzel, Frank Bennewitz und Detlef Wannhoff.

"Eine wichtige Aufgabe in meiner Dienstzeit, sagt Barry Sloan "war den Bezirk mit seinen drei Gemeinden zu einer Einheit zu machen. Nach der Zusammenlegung von Augustusburg und Flöha mit Chemnitz war keine Einheit gegeben. Ich habe sehr daran gearbeitet, dass wir als Bezirk alle gleichberechtigt integriert sind. Deswegen haben Geschwister aus Chemnitz sehr oft in den kleineren Gemeinden Flöha und Augustusburg geholfen. Es ist uns endlich auch gelungen, in den Ausschüssen und in der BK die Interessen der kleineren Gemeinden gut und gleichwertig zu berücksichtigen. Förderlich haben sich auch gemeinsame Bezirksgottesdienste gezeigt. Man kann sich besser kennen lernen und alle Glieder sind dadurch über die jeweils anderen Gemeinden gut informiert. So wächst die Verbundenheit der Gemeinden miteinander"

Unsere Gemeinde in Flöha hat ein erfreuliches Wachstum erlebt in den letzten Jahren. Gerade hierbei ist die auch örtliche Anwesenheit der Gemeindereferentin Simone Focke von Vorteil. Viele junge Familien finden hier Heimat. Auch findet eine gute Arbeit statt unter unseren russland-deutschen Mitbürgern. Sie stellen eine starke Gruppierung in Flöha dar.

Augustusburg war uns lange eine Last von der wir nicht wussten, wie wir sie im Sinne Gottes bewältigen sollten.
Was Augustusburg betrifft so sind unsere Gebete erhört worden. Die Geschwister Sylvia und Marc Sterzel aus Chemnitz kauften dort eine Eigentumswohnung im Haus.
Dieses Geld und die Geldmittel, welche uns die Konferenzfinanzbehörde der OJK aus dem Verkauf der Klarastraße 43 zur Verfügung stellte, waren der Grundstock, das Haus grundlegend zu sanieren.

"In den letzten vier Jahren haben die Geschwister aus Chemnitz sehr viel ihrer Zeit investiert, um unserer kleinen Augustusburger Gemeinde eine Zukunft zu geben. Wir haben uns mit allen zur Verfügung stehenden menschlichen und finanziellen Kräften bei den Bau- und Sanierungsarbeiten eingesetzt. Das beinhaltete über im Zeitraum der letzten zwei Jahre jede Woche Arbeitseinsätze ", so Barry Sloan.

Wir freuen uns, dass somit nach über 15 Jahren eine Außenstelle neu begründet wird. Am 31. Oktober 2004 wird das Haus "Kreuzung" als Predigtstelle und Begegnungsstätte wiedereröffnet werden. Wir hoffen, dass die Arbeit dort ebenfalls Früchte bringen wird, Früchte dergestalt, dass Menschen den Weg zu Jesus finden und so den wahren und lebendigen Gott als ihren Herrn und Retter kennen lernen.
Die Arbeit von Barry Sloan brachte die vielen guten Anlagen der Gemeindeglieder weiter zur Entfaltung. Er selber definiert die Stärken unserer Zeit:

" Wir haben viele ehrenamtlich engagierte Mitarbeiter in allen Bereichen, egal ob im Verkündigungsdienst, Besuchsdienst oder Begrüßungsdienst, egal, ob in der Kinderarbeit oder in der Suchtprävention und auch in den " unsichtbaren" Diensten wie Reinigungs- Wartungs- und Grundstückspflege, Ämtergängen und Küchendiensten.
Wir sind dankbar, dass wir durch viele Jugendliche und junge Familien ein "junges Durchschnittsalter" haben. Besonders freut es uns aber, dass wir ein gutes Verhältnis zwischen den Generationen haben. Wir können eine ausgeprägte Opferbereitschaft und Spendenbereitschaft feststellen. Allein die im bisherigen Text genannten Zahlen mögen den Leser überzeugen, dass sich die Glieder mit all ihren Mittel eingebracht haben, um für die Verkündigung und Bezeugung des Wortes Gottes angemessene Bedingungen zu schaffen. Die Berichte des Bauausschusses berichten über die abertausenden von Stunden, die sich die Mitglieder und Angehörigen engagierten. Zum letzten dieses Abschnittes sei festgehalten, dass sich die missionarische Ausrichtung außerordentlich verstärkt hat."

Der Wunsch von Klaus Rochlitzer ging in Erfüllung, dass wir wieder den missionarischen Denkansatz lernen mögen. Barry Sloan prägt es in den Satz: "Come and bring a friend; Komm, und bringe einen Freund mit. Für alle Glieder und Gäste sind Angebote vorhanden, Angebote in denen man auftanken oder auch sich einbringen kann.

Beiliegend zwei Bilder des Veranstaltungsplanes zum Vergleich:

39. Kalenderwoche 1932

August/September 2004

Wir wollen mehr Zeit miteinander leben und Glauben teilen. Deshalb haben wir unsere strategische und operative Gemeindeleitung neu organisiert


1929 schrieb Prediger Paul Tautorat (erster Pastor der eigenständigen Erlöserkirche):
25 Jahre voraus - wer kann ahnen und weissagen, was noch werden soll?

Heute im Jahr 2004, 75 Jahre später schreiben wir
Wir sind dankbar für alle Güte des Herrn, die wir sehen durften. Er trug uns durch Not und Drangsal, er war nahe zur Hilfe, nie war sein Arm zu schwach.
Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht hart geworden, so dass er nicht hören könnte. (Jes 59.1)

Diesem auferstandenen Herrn wollen wir vertrauen, dass er sein Werk voranbringt. Wir aber wollen gerne Werkzeug und Zeugnis in seinen Händen sein.

GEMEINSAM DURCH DAS LEBEN GEHEN
...
das sei unser Motto ...
gemeinsam miteinander und gemeinsam mit Gott.


An dieser Stelle verweisen wir in der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen auf die Pastoren, die auf unserem Bezirk diensten.
Diese finden Sie hier.

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